Tauchen auf Madeira – Zackenbarsche und Wracktauchen
Eine Woche Madeira, eine Woche voller Tauchgänge, beeindruckender Landschaften und spannender Entdeckungen. Unser Hauptziel war ganz klar: Madeira unter Wasser erleben. Unsere Tauchwoche auf Madeira verbrachten wir bei den Atalaia Divers in Caniço de Baixo. Die Tauchbasis liegt direkt am Meer, im Bereich des Hotel Roca Mar und des Hotel Royal Orchid.

Die Basis liegt direkt an der Küste, die meisten Tauchgänge sind vom Ufer aus zu machen. ungefähr 500 Meter weiter ist die Tauchbasis Manta Diving. Dort waren Wir vor 10 Jahren schon mal tauchen. Beide Canter liegen direkt am Parque Natural Marinho do Cabo Girão an der Südküste Madeiras. Das Meeresschutzgebiet wurde geschaffen, um die natürlichen Lebensräume und Arten zu schützen und gleichzeitig eine nachhaltige Nutzung, beispielsweise durch Natur- und Ökotourismus, zu ermöglichen.

Beide Center sind eher spartanisch ausgestattet, zur Auswahl stehen Stahlflaschen von 10-15L üblicherweise mit Luft. Nitrox ist nicht gängig. Stages, Aluflaschen zur Sidemount Konfiguration, Stages Rebreather Support etc. war per online Recherche und auf Nachfrage bei Diving-portugal auf Madeira nicht zu bekommen.
Für den Einsatz von leichtem Backmount Equipment spricht die Tatsache, das man über Leitern an den Tauchplätzen Ein- und Aussteigt, so ähnlich wie auf Gozo, und der Atlantik manchmal recht wellig sein kann und auch Oberflächenströmungen kommen vor.

Eines unserer persönlichen Highlights waren definitiv die großen Zackenbarsche. Schon beim ersten Auftauchen dieser imposanten Fische merkt man, wie besonders es ist, ihnen unter Wasser so nah zu kommen.
Mit ihrer beeindruckenden Größe standen sie relativ ruhig zwischen den Felsen und ließen sich von uns Tauchern kaum aus der Ruhe bringen. Immer wieder konnten wir beobachten, wie sie langsam durch die Felsformationen zogen.

Einziger Nachteil ist es, dass dieser Tauchplatz nur mit dem Boot anzufahren ist, das Prozedere ist folgendermassen:
Anrödeln-zum Ufer gehen-über die Leiter einteigen-zum Boot schwimmen (ca. 30 Meter)-per Leiter ins Boot klettern-Gerät ablegen-Fahrt zum Tauchsport - Gerät anlegen - Tauchgang machen - per Leiter ins Boot - Gerät ablegen - Rückkehr zur Basis - Gerät anlegen - zum Ufer schwimmen - zur Basis laufen - Gerät ablegen.

Das ist der Tatsache geschuldet, dass der Grossteil der Küsten Madeiras, auch im Süden der Insel Steilküsten sind.

Ein ganz besonderes Erlebnis unserer Tauchwoche war der Tauchgang zur Afonso Cerqueira...auch ein Bootstauchgang.

Die ehemalige portugiesische Marineschiff NRP Afonso Cerqueira wurde nach ihrer Dienstzeit vor Madeira als künstliches Riff versenkt und ist heute ein außergewöhnlicher Tauchplatz. Der Grund liegt auf maximal 30 Metern, die Aufbauten schon auf 18 Metern.

Schon der Abstieg zum Wrack war spannend. Mit zunehmender Tiefe zeichneten sich langsam die Konturen des Schiffes aus. Plötzlich lag die Afonso Cerqueira vor uns – ein ziemlich beeindruckender Moment.

Beim Tauchen rund um das Schiff konnten wir die verschiedenen Strukturen und Bereiche des Wracks erkunden. Besonders faszinierend fanden wir, wie schnell ein solches künstliches Riff Teil der Unterwasserwelt wird. Zwischen dem Stahl findet sich Leben, und das ehemalige Marineschiff wirkt inzwischen wie ein riesiger Lebensraum für die Meeresbewohner.

Beim Tauchen rund um Madeira fällt schnell auf, wie stark die Unterwasserlandschaft vom vulkanischen Ursprung der Insel geprägt ist. Statt ausgedehnter Sandflächen findet man vor allem Felsformationen, die von zahlreichen Meerestieren als Lebensraum genutzt werden.

Zwischen den Felsen verstecken sich Muränen und Oktopusse, während Schwärme von kleineren Fischen durch das Wasser ziehen. Auch Barrakudas, Bernsteinmakrelen, Rochen und verschiedene Arten von Anemonen gehören zur Unterwasserwelt Madeiras.
Es lohnt sich au jeden Fall das Makro Objektiv mitzunehmen.

Madeira auch über Wasser entdecken
Auch wenn das Tauchen der Hauptgrund für unsere Reise war, wollten wir natürlich nicht die Gelegenheit verpassen, die Insel kennenzulernen.
Madeira bietet unglaublich viel – von spektakulären Aussichtspunkten und kleinen Küstenorten bis hin zu historischen Sehenswürdigkeiten. Zwischen unseren Tauchgängen ging es deshalb immer wieder mit dem Auto über die Insel.
Besonders spannend fanden wir dabei die Geschichten rund um berühmte Persönlichkeiten, die Madeira besucht haben.
Auf den Spuren von Sissi
Eine dieser Geschichten führt zu Kaiserin Elisabeth von Österreich, besser bekannt als Sissi.
Die österreichische Kaiserin kam im 19. Jahrhundert nach Madeira, um sich von gesundheitlichen Problemen zu erholen. Madeira galt bereits damals wegen seines milden Klimas als beliebtes Reiseziel für Erholungssuchende.
Auf der Insel finden sich noch heute Erinnerungen an ihren Aufenthalt. Beim Erkunden Madeiras merkt man schnell, dass die Insel schon vor dem heutigen Tourismus Menschen aus aller Welt angezogen hat.
Auch Winston Churchill hat seine Spuren auf Madeira hinterlassen.
Der ehemalige britische Premierminister besuchte die Insel 1950 und verbrachte einige Zeit in Câmara de Lobos, einem kleinen Fischerdorf westlich von Funchal.
Der Ort soll ihn so beeindruckt haben, dass er dort malte. Besonders die malerische Bucht mit den Fischerbooten hatte es ihm angetan.
Madeira bietet auch für den Wanderer einige schön Touren, so wie die wanderung durch den subtropischen Regenwald bei der Ortschaft Fanal.

Aber Madeira hat nicht nur imposante Steilküsten, sondern bietet auch hohe Gipfel. Der Pico do Arieiro ist einer der ikonischsten Orte auf Madeira mit einer außergewöhnlichen Aussicht auf die zerklüfteten Berge. Mit einer Höhe von 1.818 Metern bietet er atemberaubende Ausblicke, insbesondere bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. Die gut asphaltierte Straße macht ihn zugänglich, und das Erlebnis, Wolkeninversionen zu beobachten, ist einzigartig.

Eine Woche Madeira – viel zu schnell vorbei
Eine Woche ist eigentlich viel zu kurz, um Madeira wirklich kennenzulernen. Trotzdem konnten wir in dieser Zeit unglaublich viel erleben.
Wir haben die Unterwasserwelt erkundet, große Zackenbarsche gesehen, ein Wrack betaucht und gleichzeitig einige der schönsten und geschichtsträchtigsten Orte der Insel besucht.
Besonders schön war, dass wir Madeira dadurch aus zwei völlig unterschiedlichen Perspektiven kennenlernen konnten: unter der Wasseroberfläche und auf der Insel selbst.

Am Ende hieß es dann leider wieder Abschied nehmen. Eine Woche voller Tauchgänge, Inselrundfahrten und neuer Eindrücke ging viel zu schnell vorbei.